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Mitarbeitende als Unternehmenskapital (MAU)

Kompetenzentwicklung für Mitarbeitende in der Land-         und Forstwirtschaft MV durch passgenaue Qualifizierung

Das Ziel des Projektes Mitarbeitende als Unternehmenskapital (MAU) liegt darin, regionale Qualifizierungsbedarfe im Agrar- und Forstbereich in Mecklenburg-Vorpommern zu ermitteln. Die Ergebnisse werden großflächig weitergeleitet. Im Zuge der Projektbearbeitung unterstützen die erhobenen Bedarfe die Entwicklung von Konzepten für spezifische Bildung in der Agrar- und Forstwirtschaft, die zielführende Bildungsberatung und die zielgerichteten Lenkung von Bildungsinteressierten aus Mecklenburg-Vorpommern.

Als Informationsprojekt und Vorhaben zur Ermittlung des Qualifizierungsbedarfes und vor dem Hintergrund eines permanent im Wandel befindlichen Weiterbildungsbedarfes ist das Projekt auf eine kontinuierliche Durchführung ausgelegt. Die erhobenen Bedarfe sollen nachhaltig in Schulungs- und Qualifizierungsvorhaben einmünden, auch in Kooperation von anderen Bildungsdienstleistern in Mecklenburg-Vorpommern und ggf. unter Einbindung von Finanzierungshilfen durch die EU und das Land.

Als Vertreter*in eines Fachverbandes wünschen Sie Informationen bzw. Hilfe bei der spezifischen Bedarfsermittlung?

Bitte kontaktieren Sie uns. Wir unterstützen Sie gerne bei der zielgerichteten Bildungsbedarfserfassung und Bildungsplanung Ihrer Mitglieder.

Bildungsumfragen zum Download

Bildungsumfrage Agrarwirtschaft...
Bildungsumfrage Forstwirtschaft...
Bildungsumfrage Reittourismus...
Bildungsumfrage Agroservice...
Bildungsumfrage Biopark...

Projektergebnisse

Reittourismus

Aus den rückläufigen Fragebögen sowie den Gesprächen mit Betrieben und branchenbezogenen Interessenvertretern wurden folgende Ergebnisse gewonnen. Klassische Schwerpunkte im Weiterbildungsbedarf ergeben sich aus den permanenten Anforderungen an die Betriebe. So wurden Themen wir Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Auffrischung in Rechts- und Steuergrundlagen regelhaft gewünscht. Alternative Geschäftsfelder und innovative Ideen auch im touristischen Bereich, war z.B. ein Themengebiet, dessen Bedarf häufig erst über zielgerichtete Bildungsberatung geweckt wurde.

Folgende inhaltliche Schwerpunkte ergaben sich aus den Umfragen:

Bedarf an fachspezifischen Themenbereichen im Reittourismus

Dabei sind im klassischen Sinn, ausgehend von einem permanenten Bedarf innerhalb der Zielgruppe, die Themen Rechts- und Steuergrundlagen sowie nachhaltiger Umgang mit dem Gast nach wie vor stark gefragt. Zusätzlich dazu weisen Themen wie Medienarbeit, Nutzung von sozialen Medien, Nutzung von alternativen touristischen Produkten eine große Nachfrage auf. Diese Aussagen können anhand von persönlichen Interviews und im Rahmen der Umfragekonzeption geführten Gesprächen untermauert werden. Die Wintersaison wird für die Teilnahme an Schulungen im großen Umfang durch die Zielgruppe präferiert. Dabei sind Schulferien generell ausgenommen. Hier ist im Besonderen darauf zu achten, dass vor allem die Schulferien in anderen Bundesländern berücksichtigt werden müssen. Somit fallen teils große Zeiträume an, die für Durchführung von Schulungen ungeeignet sind.

Agrarwirtschaft

Die Verteilung der im Rahmen der Bildungsumfragen erhobenen Weiterbildungsbedarfe und –wünsche sind nachfolgend dargestellt. 

Umfrageergebnisse "Weiterbildungsbedarfe allgemein"

Die Themenbereiche Büroorganisation mit besonderen Augenmerk auf die Digitalisierung, Fragen zum Management und fachspezifische Schulungen waren die drei wesentlichen Bereiche in der Bedarfserfassung. Die Notwendigkeit, auch im Agrarbereich, den digitalen Wandel mitzugehen, wird durch die Umfragen bestätigt und ist somit durch die potenziellen Teilnehmenden an Weiterbildungsformaten nachdrücklich gewünscht. Das wurde auch durch die individuellen Beratungsgespräche untermauert. Weiterhin liegt im Bereich Management ein Grundpfeiler für erfolgreiches Wirtschaften, das umfasst auch die Bereiche Mitarbeiterführung und –zufriedenheit. Die Rubrik fachspezifische Themen umfasst Bereiche, die nachhaltig auf die Betriebsstrukturen wirken können und somit einen wirtschaftlichen Erfolg fördern.

Der Bedarf für Schulungen im Bereich Alternative Geschäftsfelder liegt laut Umfrageergebnissen bei 7 %. Dieses Ergebnis deckt sich nicht mit den Ergebnissen aus den Umfragen. Im Verlauf der individuellen Beratungsgespräche wurde die Nachfrage nach Themen aus diesem Bereich regelhaft auf gezielte Nachfragen bestätigt. Somit sollten Schulungen diesbezüglich organisiert und intensiv beworben werden. 

Die Schulungen sollten nach Möglichkeit (mit über 65 % in den Umfragen gewünscht) im jeweiligen Landkreis durchgeführt werden. Einerseits kann hierdurch die Akzeptanz für Weiterbildungsformate gefördert werden, andererseits erhöht sich der Aufwand für die Durchführung der Schulungen durch Bildungsdienstleister und sonstige Institutionen.

Für das Thema Datenschutz ist ein starker Abfall in der Nachfrage festzustellen, obwohl das Thema nach wie vor sehr aktuell ist.

In Anbetracht der Großwetterlagen in den Jahren 2017 und 2018 ist die Nachfrage nach Informationen über Versicherung v.a. zum Ertragsschutz stark gestiegen.

Die Nachfrage nach typischen „klassischen“ Weiterbildungsformaten z.B. Management, Kommunikation, Vertrieb Rechts- und Steuergrundlagen bleibt nachweislich konstant hoch. Das Wissen hierüber bildet eine Grundlage für erfolgreiches Wirtschaften.

Neue branchenübergreifende Kursinhalte liegen in der Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, in diesem Rahmen der Nutzung der sozialen Medien. Der Trend entwickelt sich diesbezüglich in Richtung der Kommunikationsplattform Twitter. Obwohl die Inhalte auf dieser Plattform viel kurzlebiger und weniger nachhaltig scheinen, zeigen Gesprächsergebnisse, dass vor allem möglich Erreichbarkeit von Menschen ein wesentlicher Grund dafür ist. Weiterhin rücken alternative Geschäftsfelder bzw. Nutzungsformen innerhalb der jeweiligen Betriebe in den Fokus.

Viele Betriebe haben trotz relativer großer Mitarbeiterzahlen keine Weiterbildungsziele in ihren Betriebsstrategien integriert. Auffällig ist, dass Sachkundekurse trotz teilweise weiter Strecken wahrgenommen werden, andere Bildungsformate hingegen weniger im Fokus stehen und intensiv beworben werden müssen. Die Diskrepanz in Bezug auf Interesse an Weiterbildung zwischen Leitungsebene und Mitarbeiter ist über notwendige Sachkundekurse hinaus innerhalb vieler Unternehmen sehr groß.

Wissens- und Ergebnistransfer

Im Projektzeitraum konnten unter Berücksichtigung der Ergebnisse 5 Schulungen organisiert werden, in denen 88 TN unter Einbindung von Finanzierungshilfen durch die EU und das Land MV, an geförderten Weiterbildungskursen teilnahmen. Die Weiterbildungskurse wurden ausschließlich unter Nutzung externer Dozenten realisiert. Innerhalb dieser Schulungen wurden folgende Bildungsbedarfe integriert:  

  • digitale Kompetenzen, spezielle Softwarelösungen, Anwendungen neuer Technologien,
  • Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Gentechnik, alternative Geschäftsfelder.

Der weitere Transfer der Ergebnisse soll in 2019 in einem Managementkurs und einer Neuauflage des Zertifikatskurses Reittourismus münden. Hierbei sind konkrete Schulungsinhalte die Wissensvermittlung in Bezug auf spezielle Softwarelösungen im Rechnungswesen, der Buchhaltung und der Nutzung von online Plattformen zur Angebotsverbreitung sowie Kundenakquise und der Evaluation durch diese. Die dabei integrierten fachspezifischen Fragestellungen beziehen sich auf kundenorientiertes Marketing und Verknüpfung mehrerer betriebsinterner Arbeitsfelder, wie Tourismus und Agrarwirtschaft. Die geplanten Schulungsvorhaben sollen unter Einbindung externer Dozenten und in Kooperation mit den jeweiligen Partnerverbänden organisiert werden.

Ausblick

Die weiterführende Projektarbeit umfasst die kontinuierliche Durchführung der Bildungsbedarfsanalysen. Gerne können Sie die jeweils zutreffenden o.a. Umfragebögen nutzen. Kontaktieren Sie uns telefonisch, per Mail oder nutzen Sie unseren Auftritt auf der MeLa 2019 für einen persönlichen Kontakt.

Es wird empfohlen, folgende Weiterbildungsbedarfe in künftigen Schulungsvorhaben zu berücksichtigen:

  • Förderung digitaler Kompetenzen
  • Nutzung von Pflanzensorten die besser an die zu erwartenden Wetterbedingungen angepasst sind
  • Nutzung neuer Software- und Technologielösungen
  • Alternative Geschäftsfelder
  • Förderung des Vertriebs produzierter Waren und Dienstleistungen
  • Nutzung alternativer Verfahren zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und Gewährleistung eines sicheren Ertrages