
Zugelassener Träger für die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach dem Recht der Arbeitsförderung DE06/54273
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Knapp zwei Jahre nach dem Start des bundesweiten Modellprojekts „Bürgerarbeit" hatte der Bildungsträger BilSE zu einem Workshop ins Güstrower Bürgerhaus eingeladen. Gekommen waren Mitarbeiter von Jobcentern, Träger von Bürgerarbeit, Vertreter von Kommunen sowie Menschen, die derzeit einen Bürgerarbeitsplatz haben. Unser Mitarbeiter Christian Menzel fragte nach bei Rainer Schätz, Geschäftsführer der BilSE, wie die Situation in der Region ist.
Warum hat die BilSE zum landesweiten Workshop über Bürqerarbeit ausgerechnet nach Güstrow eingeladen?
Mit dem Modellprojekt Bürgerarbeit haben wir am 1. September 2010 begonnen. Wir waren das erste Projekt in Mecklenburg-Vorpommern und hatten also eine Vorreiterrolle. Außerdem liegt Güstrow zentral im Land und ein Workshop zur Bürgerarbeit passt ja auch gut ins Bürgerhaus.
Sie sagten Vorreiterrolle. Wie sieht es denn mit Bürgerarbeitsplätzen in der Region aus?
Bundesweit gibt es inzwischen 33 097 Stellen, davon 1764 in Mecklenburg-Vorpommern. Davon werden übrigens 96 Prozent von sogenannten Integrationsbegleitern unterstützt. Das Ziel von Bürgerarbeit besteht ja darin, über Integration langzeitarbeitslose Menschen wieder in den 1. Arbeitsmarkt zu vermitteln. Im Altkreis Güstrow haben wir 159, im Altkreis Bad Doberan 100 Bürgerarbeitsplätze. Zu erwähnen ist, dass in unserer Region schon während der Vorbereitungsphase zur Bürgerarbeit 240 Teilnehmer in den 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten. Das werten wir als großen Erfolg.
Wo überall kommen Bürgerarbeitsplätze zum Einsatz?
Die Palette der Bürgerarbeitsplätze ist sehr vielfältig. Sie reicht von Helfertätigkeiten im sozialen Bereich über Verkehrserziehung für Kinder bis hin zur Mitarbeit im Heimatverein. In Güstrow gibt es beispielsweise 26 Bürgerarbeitsplätze im Natur- und Umweltpark. Auf dem Workshop haben wir von Yvonne Gradtke gehört, die bei der AWO die Mädchenorientierungswerkstatt leitet und daneben eine Ausbildung zur Erzieherin durchläuft. Oder in der Freien Schule Güstrow, wo insgesamt vier Projekte umgesetzt werden. Unter anderem die Umgestaltung von Schulhof und Schulgarten und die Aufarbeitung von technischen Materialien für den Unterricht.
Welche Bilanz können Sie nach knapp zwei Jahren Bürgerarbeit und dem Workshop in Güstrow ziehen?
Ich denke, wir in Güstrow aber auch in den anderen Regionen haben uns der Herausforderung des neuen Projektes gestellt. Alle Akteure ziehen an einem Strang, um gute Ergebnisse zu erreichen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die gezielte Integrationsbegleitung der Teilnehmer notwendig ist und dadurch noch bessere Ergebnisse möglich sind. Deshalb hoffe ich, dass die Landesfinanzierung auch für die nächsten Jahre fortgeführt wird.
Quelle: Nordkurier (30.06./01.07.2012)
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